[in English]

Golfmuseum: Golf Antiquitäten - Schläger, Grafiken, Stiche, Plakate, Accessoires, antike Geschenke


das museum

ort, zeit, eintritt

golf-geschichte

museums-shop







Fachartikel · Golf-Lexikon · Linksammlung

 

Häufig gestellte Fragen 

Was bedeutet links?

Grundsätzlich sind die links der Streifen Land, der sich zwischen dem Strand und dem Ackerland, auf dem Feldfrüchte angebaut werden, befindet. Es handelt sich um einen Landstrich, der durch Sandhügel, niedrige Bodenqualität und langes dickes Gras charakterisiert ist. Das Land wird als wenig nützlich betrachtet; tatsächlich wurde es oft zum Weiden von Nutzvieh, beispielsweise von Schafen, genutzt. Diese Eigenarten wurden als primäre Charakteristika eines links-Golfplatzes beibehalten – wenn auch in viel kultivierterer Natur.

 

Warum sind achtzehn Löcher auf dem Golfplatz?

 

Anfangs gab es keine Standardanzahl von Löchern für einen Golfplatz. St Andrews beispielsweise hatte bis um 1764 herum 22 Löcher, als sich vier verbanden, was einen 18-Loch-Golfplatz ergab. Unseres Wissens nach existiert kein konkretes Datum für den Zeitpunkt zu dem 18 Löcher die Standardanzahl auf einem Platz wurden. 1858 gab die R&A neue Regeln für ihre Mitglieder heraus; Regel 1 besagte:

„Eine Runde über die links oder 18 Löcher werden als ein Match betrachtet sofern nicht anders beschlossen.“

Wir können nur annehmen, dass dies von ganz Britannien langsam übernommen wurde, da viele Clubs sich an die R&A um Rat wandten. Daher verfügten in den 1870er Jahren mehrere Plätze über 18 Löcher, und man akzeptierte, dass eine Runde Golf aus 18 Löchern bestand.

 

Warum wird Bogey so genannt?

 

Der Terminus leitet sich vom sagenhaften Golfer Colonel Bogey her, der einen hohen Amateurstandard hielt und jedes Loch eines Platzes mit der Standardschlagzahl bewältigte.

Über die Jahre hinweg hat sich der Ausdruck gewandelt. Jetzt wird er gewöhnlich benutzt, um einen Score von einem Schlag über Par zu bezeichnen, wohingegen es sich ursprünglich um den Zielscore den ein guter Amateur auf einem Platz erreichen sollte handelte. In gleicher Weise assoziierte man Par mit dem Zielscore für Profis. Eine gewisse Zeitspanne lang waren die zwei Begriffe austauschbar, bis Par sich zum Standardausdruck entwickelte.

 

Was bedeutet Par?

 

Die Definition die das Wörterbuch für Par gibt lautet gewöhnlich oder durchschnittlich. So wird auch klar, warum der Begriff von Golfern für die Bezeichnung des Standardscores an Schlägen für jedes Loch eines gegebenen Platzes übernommen wurde. Der Terminus wird 1891 im Golfmagazin folgendermaßen erwähnt: „Das Ergebnis war für die Handicappers zufrieden stellend, wie das Par des Greens für Herren…von drei Paaren fast erreicht wurde.“

Das lässt darauf schließen, dass der Begriff zu diesem Zeitpunkt in Gebrauch war.

 

Birdie, Eagle und Albatross?

 

Wie es bei vielen Golfbegriffen der Fall ist, sind die genauen Ursprünge unbekannt. Die Bezeichnung Birdie wurde scheinbar nach einer Weile gebräuchlich und leitet sich offenbar von dem Ausdruck „a bird of a shot“ her. Im amerikanischen Slang wurde bird benutzt, um auszudrücken, dass etwas phantastisch oder exzellent war. Von Golfern gebraucht, könnte der Begriff impliziert haben, dass der „Ball wie ein Vogel flog“. In den 1910er Jahren scheint sich der Ausdruck bereits eingebürgert zu haben.

Die Termini Eagle und Albatross wurden analog zu Birdie gebildet. Wenn der Score unter Par wächst, trifft das auch auf die Größe und Seltenheit des Vogels zu. Eagle bedeutet zwei Schläge unter Par, Albatross drei.

 

Warum rufen Golfer Fore?

 

Wie es sich so oft in Bezug auf Fragen zum Ursprung der Golfterminologie verhält, gibt es in der Tat keine definitive Antwort. Es sieht danach aus, dass der Begriff fore (Achtung) in Beziehung zum Forecaddie steht. Der Forecaddie war jemand, dessen Aufgabe darin bestand, den Spielern vorauszugehen, um die Lage der im Spiel befindlichen Bälle zu markieren. Es könnte sein, dass das Wort Forecaddie wenn es benutzt wurde, um dieser Person eine Warnung zuzurufen, im Lauf der Zeit abgekürzt wurde. Seither ist der Ausdruck in Gebrauch.

1881 findet sich in Robert Forgans Buch Das Golfer-Handbuch folgender Beleg: „…ruft Fore! (Achtung! ) als Warnung an alle, die sich in der Nähe befinden.“  Evident ist, dass der Begriff schon lange gebräuchlich ist.

 

Warum werden Caddies so genannt?

 

Das Wort hat eine Vielzahl möglicher Ursprünge. Es könnte aus dem Französischen kommen, wo cadet „am Jüngsten“ bedeutet. Traditionellerweise schloss sich der jüngste Sohn der Familie einer Armee an und das Wort wurde mit Armeekadetten assoziiert. Der Ausdruck wurde von den meisten europäischen Sprachen übernommen. Im Schottland des 18. Jahrhunderts, vor allem in Edinburgh, gab es Männer, die sich als Boten und Verrichter niedriger Arbeiten verdingten. Da viele von ihnen vorher in der Armee tätig waren, wurden sie als Caddies bekannt, was soviel bedeutete wie freiberufliche Herren oder nicht verpflichtete Offiziere im Unterschied zu regulär beschäftigten privaten Bediensteten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Terminologie der Golfschläger

 

Driver: einer der beiden am Weitesten schlagenden hölzernen Schläger die früher in Gebrauch waren: der play club oder der grass club (grassed driver). Der moderne day club ist der am Weitesten schlagende hölzerne Schläger, Holz 1.

 

 

Brassie: dieser Schläger war mit einer Messingplatte ausgestattet. Der Begriff bezog sich auch auf einige hölzerne Schläger der 1880er und 1890er, die für hohe Schläge verwendet wurden. Das moderne Äquivalent wäre Holz 2.

 

 

Spoon: Alle frühen Holzschläger, die größere Winkel als der grassed driver besaßen und analog dazu kürzere Schäfte. Der Name entstand, da der Winkel bei frühen Schlägerflächen (sowohl hölzernen als auch eisernen) meistens konkav war und daher manchmal der Wölbung eines Löffels ähnelte. Im frühen 20. Jahrhundert war er ein Schläger, der etwas mehr als der Brassie zum hohen Schlagen der Bälle benutzt wurde. Das moderne Äquivalent wäre Holz 3.

 

 

Baffy: Ein steilwinkliger Holzschläger mit kleinem Kopf, der nicht mehr in Gebrauch ist und der aus dem baffing spoon entwickelt wurde. Die moderne Entsprechung wäre Holz 4.

 

 

Cleek: Jegliche Art von Eisenschläger mit schmaler Fläche; verschiedenartig benutzt und eingesetzt um lange Schläge über das Green zu spielen, vom Sand und vom Rough zu spielen und um zu putten. Die Hauptmerkmale der Cleeks waren ihre schmalen Schlagflächen und ihr geringes Gewicht. Alternativbezeichnung für Eisen 1.

 

 

Driving Iron: Einer von verschiedenen bis dahin benutzten Eisenschlägern, die für diverse Schläge durch das Green eingesetzt wurden. Die Alternative wäre Eisen 1.

 

 

Mid Iron: Ein Eisenschläger der nicht mehr in Gebrauch ist; in gewisser Weise eher für hohe Schläge geeignet als ein Driving Iron. Die Alternativbezeichnung wäre Eisen 2.

 

 

Mid Mashie: Die alternative Benennung wäre Eisen 3.

 

 

Mashie Iron: Ein nicht mehr benutzter Eisenschläger, weniger für hohe Schläge geeignet als ein Mashie, der fürs driving und für volle Schläge durch das Green eingesetzt wird. Alternativbezeichnung für Eisen 4.

 

 

Mashie: Ein Eisenschläger für hohe Schläge, außer Gebrauch, um 1880 eingeführt und benutzt um mit backspin zu schlagen. Das moderne Äquivalent wäre Eisen 5.

 

 

Spade Mashie: Ein Eisenschläger mit tiefer Schlagfläche, nicht mehr in Gebrauch, eher für hohe Schläge gedacht als ein Mashie. Eisen 6 wäre das moderne Äquivalent.

 

 

Mashie Niblick: Ein nicht mehr benutzter Eisenschläger, loft zwischen denen eines Mashie und eines Niblicks, fürs pitching gedacht. Eisen 6 oder Eisen 7 wären moderne Entsprechungen.

 

 

Niblick: Ein hölzerner Schläger mit kurzem Kopf und steilem loft, außer Gebrauch, benutzt um aus Furchen oder engen Lagen herauszuspielen. Alternativbezeichnung für

Eisen 9.

 

 

Jigger: Eisenschläger mit mäßigem loft, hohler Schlagfläche, kurzem Schaft, außer Gebrauch, fürs approaching in besonderem Maße eingesetzt. Es handelte sich um einen Schläger für kurze hohe Schläge, nicht unähnlich dem heutigen pitching wedge.

 

Informationen aus: The Historical Dictionary of Golfing Terms. From 1500 to the present. Peter Davies 1993.

 

 

 

 

 

 

 

 

Identifizierung von antiken Golfschlägern

 

Merkmale, nach denen man Ausschau halten sollte

Hickoryschaftschläger: 1929 legalisierte die R&A Stahlschaftgolfschläger, was zur Annahme führt, dass viele ältere Schäfte aus Hickoryholz vor diesem Datum hergestellt worden waren.

 

 

„Handforged“-Stempel: Dieser Stempel muss nicht automatisch bedeuten dass der Schläger von Hand geschmiedet war, wie sie impliziert. Zu der Zeit, als Schläger per Hand geschmiedet wurden, wäre ein solcher Stempel vom Hersteller nicht benutzt worden; daher dürften in dieser Art gekennzeichnete Schläger  anders geschmiedet aber manuell beendet worden sein.

 

 

Eiserne Schlagflächenstempel: Vor 1900 hatte die überwältigende Mehrheit der Eisenschläger keine Schlagflächenstempel oder Einritzungen. Eisen mit glatten Schlagflächen wurden nach 1910 selten benutzt, aber manche wurden immer noch in Herstellerkatalogen zum Kauf angeboten – für jene Spieler, die den neuen Verbesserungen widerstanden.

 

 

Namen auf Schlägerflächen: Auf manchen Golfschlägern wurde ein Name auf die Schlagfläche appliziert, oft zusätzlich zu dem, den der Hersteller benutzte (dessen Name und Stempel auch vorhanden sein kann). Dabei handelt es sich oft um die Namen von Schlägerspezialisten. Allgemein kauften sie wohl den Schlägerkopf von einem Hersteller und stellten sie selbst fertig bevor sie sie in ihrem Geschäft verkauften. In Anbetracht dessen stempelten sie ihren eigenen Namen ebenfalls auf den Schläger.

 

 

Eiserne Schlagflächenformen: Es gab nur wenige, unterschiedliche Formen für eiserne Schlagflächen vor den 1890ern, als der Gebrauch von Eisen modern wurde. Schlägerhersteller begannen mit diversen Designs zu experimentieren.

 

 

Golfschlägernamen: Vor dem 20. Jahrhundert verließen sich die Spieler sehr auf Schläger mit hölzernen Schlagflächen. Solche mit eisernen Köpfen und verschiedenen lofts traten jedoch vermehrt auf und in den 1920ern trugen die Spieler doppelt so viele Eisen wie Holz. Den Schlägern wurden Namen gegeben, die später in Verbindung mit dem Nummernsystem, das wir heute benutzen, gebraucht und schließlich dadurch ersetzt wurden. In den späten 1940ern wurde das Nummernsystem ausschließlich von den Herstellern benutzt.

 

 

Fletched Arrow & Accurate Putter: Das „fletched arrow“-Symbol und die Worte Accurate Putter tauchen oft in Kombination auf. Eine arrow (Pfeil)-Markierung wurde zuerst von Alex Anderson von Anstruther benutzt, Fife auf seinen Schlägern, wurde von anderen Herstellern zur Verwendung auf ihren Schlägern übernommen. Alex Andersons Schläger wichen insofern ab, als sie nur mit dem Pfeilsymbol gekennzeichnet waren.

 

 

Gem-Putter: Der Gem-Putter wurde von Tom Stewart jr. in den späten 1920ern oder frühen 1930ern gemacht.

 

 

Calamity Jane Putter (wie von Bobby Jones gebraucht): Der ursprüngliche Calamity Jane Putter den Bobby Jones benutzte war ein schlichter offset blade putter, von Condie geschmiedet und von William Winton verkauft. Er war fast 20 Jahre alt und schon mit einem Spitznamen versehen, als er Jones 1920 gegeben wurde. Gemäß eines Briefes Jones’ aus dem Jahre 1960 ersetzte er den Putter 1926 durch ein Duplikat. Von Spalding gemacht und als Calamity Jane II bekannt, half dieser Putter Jones die letzten zehn seiner größten Siege zu erringen. Später schenkte er ihn dem USGA Museum, wo er nun ausgestellt ist. Der originale Calamity Jane Putter befindet sich im Augusta National Golf Club.

 

Nachdem er 1930 den Grand Slam gewonnen hatte, zog sich Jones vom Wettbewerbsleben zurück und wurde Berater Spaldings, des großen Schlägerfabrikanten. Ab 1932 produzierte Spalding eine Serie von Schlägern unter Bobby Jones’ Namen; zuerst sowohl Stahl- als auch Hickoryversionen. Die Hickoryversion wurde nach einem Jahr eingestellt, aber Millionen von Schlägern mit Stahlschäften wurden verkauft. Von 1932 bis 1973 machte Spalding Dutzende von Calamity Jane Modellen sowohl mit Hickory- als auch mit Stahlschäften.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die ersten Golfregeln

 

 

Die ersten bekannten Golfregeln stammen aus dem Jahre 1744 und wurden für den Annual Challenge for the Edinburgh Silver Club formuliert. Diese dreizehn Regeln, die die älteste schriftliche Version darstellen, lauten wie folgt:

 

Artikel und Gesetze für das Golfspiel

 

  1. Der Ball muss innerhalb einer Schlägerlänge vom Loch abgeschlagen werden.
  2.  Die Abschlagstelle muss sich auf dem Ground befinden.
  3. Der vom Tee abgeschlagene Ball darf nicht gewechselt werden.
  4. Um den Ball besser spielen zu können dürfen Steine, Knochen oder gebrochene Schläger nicht entfernt werden, außer auf dem Fair Green und auch das nur innerhalb einer Schlägerlänge vom Ball entfernt.
  5. Sollte der Ball ins Wasser oder nassen Schlamm geraten, darf er herausgebracht, hinter das Hindernis gebracht und abgeschlagen werden; er darf mit jedem Schläger gespielt und mit einem Extraschlag herausgebracht werden.
  6. Sollten sich Bälle irgendwo berühren, muss der erste Ball hoch genommen werden bis der letzte gespielt wird.
  7. Beim Einlochen muss der Ball ehrlich ins Loch gespielt werden und nicht auf den Ball des Gegners der nicht im Weg liegt gespielt werden.
  8. Sollte der Ball verloren gehen (indem er aufgehoben wird oder in anderer Art und Weise) geht man zu der Stelle zurück, an der er zuletzt gespielt wurde. Dort platziert man einen weiteren Ball und erlaubt dem Gegner einen Schlag wegen des Unglücks.
  9. Niemand darf beim Einlochen seinen Weg mit dem Schläger oder einem anderen Gegenstand markieren.
  10. Sollte der Ball von einem Menschen, Pferd, Hund oder etwas anderem gestoppt werden, muss der Ball dort gespielt werden wo er liegt.
  11. Wird der Schläger verwendet um zu schlagen, und der Schlag so weit ausgeführt, dass der Schläger gesenkt und auf irgendeine Art und Weise in eine Richtung gelenkt wird, so gilt dies als Schlag.
  12. Derjenige, dessen Ball am Weitesten vom Loch entfernt liegt, hat zuerst zu spielen.
  13. Weder Gräben irgendeiner Art (beispielsweise um die links zu erhalten) noch die Scholar’s Holes noch die Soldier’s Lines gelten als Hindernisse; der Ball muss herausgenommen werden, abgeschlagen und mit einem Eisen gespielt werden.

Golfmuseum Regensburg  ·  Tändlergasse 3  ·  Tel: 09 41 / 5 10 74  ·  info@golf-museum.com  ·  [Impressum]